Leuchtturm-Projekt
Sinnflut

Ein Beispiel für ein neues „Leuchtturm-Projekt“ könnte das Thema Sinnflut sein. Hier sind wir konfrontiert mit einer Mammutaufgabe, die auf keinen Fall überstürzt entschieden werden darf. Im Jahr 1996 wurde die Sinnflut als Familienbad eröffnet und hatte damals ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Region. In den letzten 20 Jahren wurden im Umkreis von 50 Kilometern viele freizeit- und gesundheitsorientierte Bäder gebaut, die meisten davon weniger als 10 Jahre alt. Selbst in Bad Brückenau gibt es mit dem „Vital-Spa“ und der „Helena-Therme“ im Staatsbad exklusive Wellness-Bäder.

Um dem Anspruch eines außergewöhnlichen Bades gerecht zu werden, sind also Anstrengungen notwendig, die über alle bisher dagewesenen Ideen hinausgehen. Hier genügt es nicht mehr, das bestehende Konzept zu übernehmen und einfach neu zu bauen, denn bei einer Schließung der Sinnflut über einen Zeitraum von 1-2 Jahren, werden sich die vielen vor allem hessischen Stammgäste neue Lieblingsbäder suchen, die den Erwartungen ebenso gerecht werden und es wäre mit einem so hohen Aufwand verbunden, nach einer Neueröffnung wieder an die bestehenden Besucherzahlen anzuknüpfen, so dass dies mit dem bestehenden Angebot aus meiner Sicht unrealistisch ist.

Die Sinnflut wurde seit jeher wertgeschätzt als freizeitorientiertes Bad für die ganze Familie mit einer großartigen Saunalandschaft und seinem Alleinstellungsmerkmal, der durch die Verwendung des Siebener-Heilwassers gegeben ist. Wir müssen in Bezug auf unser Schwimmbad dringend an unseren städtischen Haushalt denken, an den Geldbeutel unserer Bürger (Stichwort Eintrittspreise) und vor allem auch an die Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke als Betreiber. Hier könnten also verschiedene Lösungen in Frage kommen.

Die Stadtverwaltung hat zusammen mit den Stadwerken in den letzten Monaten schon wichtige Gespräche mit Planern, den umliegenden Gemeinden und der Regierung geführt. Auf Basis des Wissens, was wir uns leisten können, müssen wir unter Berücksichtigung aller Tatsachen die Planung durchführen.

Eine grundsätzliche Idee wäre der Bau eines modernen Hallen- und Freibades mit dem Schwerpunkt auf das sportliche Schwimmen und Schulschwimmen, um auch der Grundversorgung unserer Gemeinde gerecht zu werden. Hierzu den bewährten Saunabereich beibehalten um damit den Kostendeckungsgrad zu erhöhen.

Um einen Weggang der Stammgäste vorzubeugen könnte man zum Beispiel den Betrieb der Sinnflut aufrecht erhalten und parallel auf der jetzigen Liegewiese zwischen Sinnflut und TV-Halle das neue Hallenbad verwirklichen und nach Eröffnung das alte Gebäude rückbauen. Hier läge der Vorteil vor allem darin, dass die Gäste nicht über einen langen Zeitraum komplett auf den Badespaß verzichten müssen.

Möchte man wieder ein Leuchtturmprojekt wie 1996 anstoßen, wird man dies aus meiner Sicht mit eigener finanzieller Kraft nicht schaffen, das es nicht mehr genügt, eine Wasserrutsche und ein Heilwasserbecken vorzuhalten. Wenn wir auffallen wollen, muss das Konzept herausragend sein.

Hier wäre die mögliche Lösung eine „Öffentlich-Private-Partnerschaft“ mit einem finanzstarken Investor, der als Bauherr und Betreiber auftritt. In diesem Fall wird man allerdings über angeschlossene Bereiche, wie zum Beispiel Fitness-Studio, Physiotherapie, Hotel, Einkaufsmöglichkeiten usw. nachdenken müssen, die einen enormen Platzbedarf benötigen. Also wären wir wieder bei der Standortfrage.

Wie bei jeder großen Entscheidung ist es wichtig, die Meinung aller Bürger der Brückenauer Rhönallianz einzuholen, denn es geht in erster Linie darum, dass auch Vielschwimmer, Kinder und Jugendliche mit kleinem Geldbeutel, sowie nicht so finanzkräftige Familien sich den regelmäßigen Besuch eines Schwimmbads leisten können.

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